Comic über Amadeu Antonio klärt über Rassismus auf
Comic über Amadeu Antonio klärt über Rassismus auf

Rassismus ist kein Randproblem

Viele können sich bestimmt noch an die öffentliche Diskussion erinnern: Im Jahr der Fußball-WM in Deutschland 2006 erklärte der Ex-Regierungssprecher Uwe-Karsten Heye Teile Brandenburgs zu einer „No-Go-Area“ für Ausländer*innen und nicht-weiße Menschen. Dieses Image haftete lange Zeit auch Eberswalde an. Schließlich wurde hier der angolanische Vertragsarbeiter Amadeu Antonio kurz nach der Wiedervereinigung kaltblütig ermordet. Die Tat und vor allem der unmittelbare Umgang mit ihr führten dazu, dass Eberswalde zu einem Negativsymbol für den Rassismus in den Neuen Bundesländern wurde.

Seitdem hat sich viel bewegt in Eberswalde. Eine engagierte und gefestigte Zivilgesellschaft arbeitet konsequent gegen Rassismus und setzt sich für Toleranz und Integration ein. Mit Erfolg. Eberswalde zeigt sich heute überwiegend als tolerante Kommune, in deren Stadtbild die Vielfalt sichtbar ist. Das bedeutet auf keinen Fall, dass Rassismus passé ist. Weder in Eberswalde noch anderswo. Fremdenfeindliche Straftaten, Gewalt gegen Flüchtlinge sowie Hass und Hetze im Netz haben in den letzten Jahren zugenommen. Deshalb bleibt es wichtig, über Rassismus aufzuklären.

Dafür steht nun eine neue Handreichung mit dem Titel „Rassismus ist kein Randproblem“ zur Verfügung und zwar in Form eines Comics als Ergebnis einer Koproduktion zwischen der Bürgerstiftung Barnim Uckermark, der Amadeu Antonio Stiftung und den vielfach preisgekrönten Berliner Kulturingenieuren. Dieser Comic richtet sich vor allem an Jugendliche. Die Bildgeschichten rekonstruieren die tragische Biographie Amadeu Antonios. Als visuelles Medium ermöglicht der Comic einen leicht verständlichen Einstieg in das komplexe Thema Rassismus. Durch die künstlerische Abstraktion wird der rassistische Mord an Amadeu Antonio nachgezeichnet, ohne einen Anspruch auf die Wahrheit zu simulieren.

Konzipiert und produziert wurde der Comic durch ein erfahrenes Team: Eine Pädagogin, ein Drehbuchautor und eine Buchillustratorin. Sie machen das Thema Rassismus und Fremdenfeindlichkeit für junge Menschen zugänglich und erklären Zusammenhänge. Ein Schwerpunkt liegt hierbei auf den Neuen Bundesländern mit seinen früheren Vertragsarbeiter*innen. Die sechs kurzen Comicgeschichten sind als Praxismodule aufgebaut und sehr gut geeignet, sich aktiv und kurzweilig mit dem Thema Rassismus auseinanderzusetzen, im Klassenraum ebenso wie an außerschulischen Lernorten. Den Comic finden Sie auf der Website der Bürgerstiftung.

Das Projekt wurde gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Bundesprogramm „Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“ und vom Landkreis Barnim, Förderung vom Maßnahmen für Demokratie und Toleranz.